Kapitel 12. Die Ethische Erpressung und der „wohlmeinende“ Belästiger

Abstract: Nachdem im vorherigen Kapitel die Figur des Serienkriminellen skizziert wurde, befasst sich dieses Kapitel mit einer viel subtileren und weiter verbreiteten sozialen Fehlentwicklung: dem „wohlmeinenden Serienbelästiger“. Die Mechanik der Gemeinschaft zieht eine strenge topologische Unterscheidung zwischen denen, die durch Gewalt Energie erpressen, und denen, die ständig die vitale Grenze der Bürger eindringen, indem sie den Schild der moralischen Überlegenheit (NGOs, Bettler, Aktivisten) schwingen. Gestützt auf die Intuitionen von F. Nietzsche, P. Bruckner und A. Finkielkraut zeigt das Kapitel auf, wie die Ideologie der Menschenrechte eine neue Pathologie hervorgebracht hat: den „Superior Moralis“, also jenes Individuum oder jenen Richter, der, obwohl er durch seinen Schweiß und sein Studium keinen materiellen Wert geschaffen hat, einen dominanten und unantastbaren sozialen Status erlangt, indem er sich selbst zum Verteidiger des „absoluten Guten“ ernennt. Der gesunde Knoten erleidet so eine thermodynamische und juristische Erpressung: Er kann sich nicht verteidigen, indem er das Eindringen zurückweist, ohne das Stigma des „Bösewichts“ zu erleiden. Diese induzierte Lähmung verwandelt das soziale Diskontinuum in ein Minenfeld institutionalisierter Mikro-Belästigungen.

Das soziale Ich: Neuronale Grundlagen unserer verbundenen Identität

Zusammenfassung (Abstract)
Dieser Artikel untersucht das Konzept des „sozialen Ichs“ als ein psychologisches Konstrukt, das in den komplexen Interaktionen zwischen dem limbischen System und dem Neokortex verwurzelt ist. Basierend auf aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen werden die neuronalen Schaltkreise untersucht, die für die Verarbeitung von Emotionen, Einstellungen und Stimmungen zuständig sind und unsere Identität in Bezug auf andere formen. Die spezifischen Beiträge von Regionen wie der Amygdala, der Insula, dem dopaminergen Belohnungssystem, dem medialen präfrontalen Kortex und der temporoparietalen Verbindung zur Bildung des sozialen Selbst werden dargelegt. Anschließend identifiziert der Artikel die entsprechenden psychologischen Bereiche des sozialen Selbst, einschließlich sozialer Kognition, Empathie, emotionaler Regulation in zwischenmenschlichen Kontexten, Bindung und Gruppenidentität, und veranschaulicht, wie die Gesundheit und das Gleichgewicht dieser neuronalen Schaltkreise grundlegend für ein funktionales „soziales Ich“ und für das allgemeine psychologische Wohlbefinden sind.