Kapitel 28. Die Justiz des Discontinuums und der Kurzschluss der Immanenten Rechte
Abstract: Unter Anwendung der „Theorie der Drei Domänen“ auf die rechtliche Architektur des Staates deckt dieses Kapitel den Kurzschluss auf, der die Wirksamkeit des westlichen Justizsystems zerstört hat. Historisch gesehen entstanden Gesetze, um in der Sozialen Domäne zu operieren: Ihr ausschließlicher Zweck war es, das Ökosystem zu schützen, das Pathogen zu sanktionieren und das thermodynamische Feuer der Gemeinschaft zu löschen. Heute hingegen wurde das Rechtssystem gewaltsam umgeschrieben, um in der Immanenten Domäne der abstrakten Rechte zu operieren. Durch die Analyse der historischen Kollision zwischen alten, auf die Nation ausgerichteten Kodizes und neuen, auf das Individuum ausgerichteten Verfassungen legt der Text zwei emblematische klinische Fälle dar: das Grenzmanagement und die illegale Hausbesetzung. So wird die Figur des zeitgenössischen Richters analysiert, der zum Opfer einer tiefgreifenden funktionalen Schizophrenie geworden ist: Dazu berufen, die Gemeinschaft zu verteidigen, sieht er sich mit Urteilen konfrontiert, die zu „Makulatur“ (Altpapier) werden, da die Verfahrenskodizes den Aggressor schützen. Die Justiz, entwurzelt aus ihrer organischen Natur, verwandelt sich von einem Instrument der Heilung in den bürokratischen Arm der Entropie.