Kapitel 20. Die drei Domänen der Interaktion: Die Biologie des Zusammenstoßes

Abstract: Warum lösen sich konfliktbehaftete Interaktionen in der heutigen westlichen Gesellschaft systematisch zugunsten derjenigen auf, die die Regeln angreifen? Die Mechanik der Gemeinschaft antwortet darauf mit der „Theorie der drei Domänen“. Das menschliche Handeln ist biologisch darauf vorverkabelt, auf zwei natürlichen Ebenen zu operieren: der Umweltdomäne (der Beziehung zum physischen Raum) und der sozialen Domäne (Mikrogemeinschaften und Rollen). In diesen instinktiven Domänen nutzt unsere DNA, um unser Überleben zu sichern, zwei formidable kognitive Motoren in Synergie: das System 2 (für die kalte Planung) und das System 1 (für das instinktive Handeln im Notfall), wobei jedem Element eine präzise Rolle zugewiesen wird: „Bedrohung“ oder „Ressource“. Der moderne Staat hat jedoch gewaltsam eine dritte, völlig künstliche Ebene eingefügt: die immanente Domäne. Diese Architektur zwingt dem sozialen Raum eine schizophrene „Doppelrolle“ auf: Sie zwingt das Opfer dazu, den Angreifer gleichzeitig als tödliche Bedrohung und als unantastbaren Träger heiliger Rechte zu verarbeiten, wodurch das System 1 per Gesetz abgeschaltet wird. Dieser gigantische Kurzschluss bringt den Verstand des Verteidigers zum Absturz, erzeugt eine kognitive Überlastung und übergibt die absolute taktische Kontrolle in die Hände des Angreifers.